Rehabilitation und Entschädigung zu Unrecht inhaftierter Personen

Projektlaufzeit: 2015 - 2017

Projektbeschreibung:

Inhaftierungen sind ein erheblicher Eingriff in die Grundrechte von Personen. Häufig haben sie für die Betroffenen gewichtige Folgen. Das gilt auch, wenn eine Verurteilung im Nachhinein in einem Wiederaufnahmeverfahren aufgehoben wird.
Während im Ausland zahlreiche kriminologische Untersuchungen zu den sog. „wrongful convictions“ existieren, gibt es hierzulande noch große Forschungslücken. Fehlurteile und insbesondere die Folgen für die Betroffenen und ihr persönliches Umfeld wurden in Deutschland bisher nicht wissenschaftlich systematisch untersucht und aufgearbeitet.
Die Untersuchung der KrimZ konnte erste Erkenntnisse in diesem Bereich erlangen. Grundlage dieser Studie sind alle ermittelbaren Fälle im Zeitraum seit 1990, bei denen es nach Verbüßung einer Freiheitsstrafe und erfolgreichem Wiederaufnahmeverfahren zu einem Freispruch kam.
Mit Hilfe einer umfänglichen Aktenanalyse der einschlägigen Verfahren sowie der gezielten Befragung daran beteiligter Personen (u.a. Strafverteidigerinnen und Strafverteidiger, ehemals Inhaftierte, Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte) konnte ein Überblick über die möglichen Beeinträchtigungen der Betroffenen und deren Wünsche und Bedürfnisse im Rahmen einer staatlichen Unterstützung ermittelt werden. Ergänzend konnten besondere Schwierigkeiten und Probleme der Verfahren identifiziert werden.
Der dazugehörige Band fasst die Ergebnisse zusammen und soll Aufschluss über den Stand der Entschädigung und Rehabilitation von zu Unrecht inhaftierten Personen in Deutschland geben.

Veröffentlichungen:

Leuschner, Fredericke & Hoffmann, Anika (2016). Der Umgang des Staates mit Fehlern der Justiz. Neue Kriminalpolitik, 28 (2016), Heft 2, S. 155-171.

Hoffmann, Anika & Leuschner, Fredericke. Rehabilitation und Entschädigung nach Vollstreckung einer Freiheitsstrafe und erfolgreicher Wiederaufnahme. (BM-Online ; Bd. 11). Wiesbaden: KrimZ. ISBN 978-3-945037-19-5 (Online-Publikation)



Ansprechpartnerinnen: Anika Hoffmann & Fredericke Leuschner