BLADE – Bundeslagebild und Aktenanalyse zur Erfassung des Handlungsbedarfs bei Messerangriffen
Projektlaufzeit: 01.01.2026 – 31.12.2027
Projektbeschreibung
Das Forschungsprojekt BLADE (Bundeslagebild und Aktenanalyse zur Erfassung des Handlungsbedarfs bei Messerangriffen) ist aus einem Beschluss der 94. Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister am 10. November 2023 entstanden.
Ziel des Projekts BLADE ist es, umfassende, empirische Erkenntnisse zum Phänomen der Messerangriffe in Deutschland zu generieren. Hierbei wird unter anderem ein besonderer Fokus auf Subgruppen der Messergewalt und spezifische Risikofaktoren der Tatbegehung gelegt. In einem ersten Arbeitspaket wird ein umfassendes Bundeslagebild anhand von Rohdaten der Polizeilichen Kriminalstatistik erstellt, unter Berücksichtigung der Art und Anzahl der erfassten Straftaten unter Messereinsatz, besonderer Tatmerkmale, Aufklärungsergebnissen, Merkmalen der Tatverdächtigen, Täter-Opfer-Beziehung und anderer systematischer Auffälligkeiten. In einem zweiten Arbeitspaket erfolgt sodann eine möglichst bundesweite Aktenanalyse von abgeschlossenen Strafverfahren im Zusammenhang mit Messerangriffen im öffentlichen Raum. Eine solche Aktenanalyse ist insbesondere dazu geeignet, Eigenschaften von Täter*innen und Betroffenen, genauso wie spezifische Risikofaktoren für die Tatbegehung unter Messereinsatz, aufzuzeigen. Auch die justizielle Erledigungspraxis kann so untersucht werden. Zusätzlich zur quantitativen Auswertung der Akten wird in einem dritten Arbeitspaket die qualitative Auswertung einzelner, die öffentliche Debatte prägender Messerangriffe Aufschluss über den genauen Tathergang und die Hintergründe der Tat geben.
Das Projekt wird folglich den Kenntnisstand über das Phänomen der Messerangriffe grundlegend ergänzen und erweitern und damit Präventions- und Interventionsmöglichkeiten für Polizei und Justiz aufzeigen.
Ansprechpartner*innen
Prof. Dr. Martin Rettenberger
Dr. Sebastian Sobota
Katharina Burkart
Demian Frank
Jill Manhart
Maeve Moosburner