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Tagungen


Wir veranstalten regelmäßig Fachtagungen in Wiesbaden zu kriminologischen und strafrechtlichen Fragestellungen und bringen Wissenschaft und Praxis zusammen. 

Wir veranstalten regelmäßig Fachtagungen in Wiesbaden zu kriminologischen und strafrechtlichen Fragestellungen und bringen Wissenschaft und Praxis zusammen. 

Aktuelle Perspektiven auf geschlechtsspezifische Gewalt:
Befunde, Kontroversen, Präventionsstrategien

Der Umgang mit geschlechtsspezifischer Gewalt stellt eine gesellschaftliche Herausforderung dar. Spätestens seit der Ratifizierung der Istanbul-Konvention im Jahr 2011 und der in Nordamerika entstandenen Protestbewegung #metoo ist das Thema nicht nur zunehmend in den Fokus öffentlicher Diskurse, sondern auch politischer Strategien gerückt. Zugleich wird geschlechtsspezifische Gewalt von verschiedenen Fachdisziplinen erforscht und ist Gegenstand intensiver rechtspolitischer Auseinandersetzungen.

Vor diesem Hintergrund widmet sich die Tagung aktuellen Forschungsergebnissen ebenso wie Fragen zu rechtlichen Rahmenbedingungen und Präventionsansätzen.

Fachtagung in Wiesbaden

Moritzstraße 17A
65185 Wiesbaden
am 22. und
23. Oktober 2026

Tagungsleitung:

Foto Dr. Fredericke Leuschner

Dr. Fredericke Leuschner, M.A.

Foto Dr. Sebastian Sobota

Dr. Sebastian Sobota

Prof. Dr. Martin Rettenberger

Prof. Dr. Martin Rettenberger

Organisationsteam:

Foto Conne Kersting

Conne Kersting

Foto Linda Suhens-Ghimboasa

Linda Suhens-Ghimboasa, Dipl.-Betriebsw.

Tagungsprogramm


22
Oktober
Donnerstag
  • 11:00 Uhr

    Begrüßung

    Prof. Dr. Martin Rettenberger
    Direktor der KrimZ

    Grußwort
    Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    Grußwort
    Hessisches Ministerium der Justiz und für den Rechtsstaat

  • Themenblock 1

    Aktuelle Befunde zu geschlechtsspezifischer Gewalt

  • 11:30 Uhr

    LeSuBiA – Ergebnisse der geschlechter­übergreifenden Dunkelfeldbefragung zu Gewalterfahrungen in Deutschland
    Dr. Nathalie Leitgöb-Guzy, Dr. Ina Bieber
    Bundeskriminalamt

  • 12:15 Uhr

    Häusliche Gewalt im Geschlechtervergleich – Muster und Hintergründe von Gewalt in Paarbeziehungen
    Prof. Dr. Monika Schröttle
    Hochschule Ravensburg-Weingarten 

  • 13:00 Uhr

    Mittagspause

  • 14:00 Uhr

    Die Digitalisierung geschlechtsspezifischer Gewalt
    Prof. Dr. Nivedita Prasad
    Alice Salomon Hochschule Berlin

  • 14:45 Uhr

    „Sleeping Girls“ – zwischen Forum, Phantasie und Vergewaltigung
    Prof. Dr. Daniela Klimke
    Polizeiakademie Niedersachsen

  • 15:30 Uhr

    Pause

  • 16:00 Uhr

    Gesellschaftliche Konstruktion von Opfer- und Täterpositionen – geschlechter­theoretische Differenzierungen
    Prof. Dr. Mechthild Bereswill
    Universität Kassel

  • Themenblock 2

    Rechtliche Regulierungen

  • 16:45 Uhr

    Die Istanbul-Konvention – ein Auftrag für Deutschland
    Müşerref Tanrıverdi
    Deutsches Institut für Menschenrechte

  • 17:30 Uhr

    Ende des 1. Veranstaltungstages

  • 19:00 Uhr
    Gelegenheit zum gemeinsamen Abendessen in einem Wiesbadener Restaurant
23
Oktober
Freitag
  • Themenblock 2

    Rechtliche Regulierungen 

  • 09:00 Uhr

    Femizide ins Strafgesetzbuch? Für und Wider einer Reform der Tötungsdelikte nach lateinamerikanischem Vorbild
    Florian Rebmann
    Eberhard-Karls-Universität Tübingen

  • 09:45 Uhr

    Gesetzgeberischer Handlungsbedarf bei der Strafbarkeit von bildbasierter sexualisierter Gewalt
    PD Dr. Anja Schmidt
    Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

  • 10:30 Uhr

    Pause

  • Themenblock 3

    Präventive Ansätze

  • 10:50 Uhr

    Prävention von geschlechts­spezifischer und häuslicher Gewalt: Ansatzpunkte und Stand der Umsetzung in Deutschland
    Dr. Christoph Liel
    Deutsches Jugendinstitut

  • 11:35 Uhr

    (Wie) kann Berichterstattung zur Prävention von geschlechts­spezifischer Gewalt beitragen?
    Christina Fleischanderl
    Südwestrundfunk

  • 12:20 Uhr

    Pause

  • 12:50 Uhr

    Täterarbeit als Prävention von Gewalt gegen Frauen
    Roland Hertel
    ehem. Vorstand Bundesarbeits­gemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt e. V.

  • 13:35 Uhr

    Restorative Justice und geschlechts­spezifische Gewalt
    Kim Magiera
    Universitätsklinikum Ulm

  • 14:20 Uhr

    Verabschiedung

Anmeldung

Anmeldungen für die Warteliste

Alle Plätze sind bereits vergeben. Gerne können Sie sich bei Interesse auf unsere Warteliste setzen lassen.

Konto der KrimZ

Bitte überweisen Sie den Tagungsbeitrag unter Angabe des Namens der teilnehmenden Person und des Stichworts Fachtagung 2026 auf das Konto der Kriminologischen Zentralstelle (KrimZ):

IBAN: DE76 5105 0015 0133 0573 90
BIC: NASS DE55 XXX

Tagungsbeitrag

Tagungsbeitrag: 200 €

Vollzeit-Studierende: 90 €
Vorlage der Studienbescheinigung
(begrenztes Kontingent)

inklusive

  • Tagungsmaterial
  • Snacks
  • Getränke
Stornierungen

Stornierungen nehmen wir
bis zum 8. Oktober 2026 kostenfrei entgegen.

Danach kann der Tagungsbeitrag nicht zurückerstattet werden.

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Abgeschlossene Tagungen


Gutachten vor Gericht | Interdisziplinäre Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis

Fachtagung am 23. und 24. Oktober 2025 in Wiesbaden

Tagungsleitung:
Prof. Dr. Martin Rettenberger
Dr. Sebastian Sobota
Fredericke Leuschner
Prof. Dr. Dr. Hauke Brettel

Veranstaltungsort:
Bürgersaal
Hochschule Fresenius
Moritzstraße 17A
65185 Wiesbaden

Externe Expertise, vermittelt von Fachleuten mit speziellen Kenntnissen und Erfahrungen in einem bestimmten Gebiet, ist für zahlreiche Fragestellungen und in fast allen Verfahrensarten notwendig, um das gerichtliche Streben nach der „Wahrheit“ zu unterstützen. In modernen Prozessen spielen Sachverständige eine unverzichtbare Rolle, wenn es darum geht, komplexe Sachverhalte aufzuklären und zu beurteilen. Ihre Gutachten üben oftmals erheblichen Einfluss auf gerichtliche Entscheidungen aus.

Im Rahmen der Tagung kommen sowohl Wissenschaftler/-innen als auch Praktiker/-innen zu Wort, um interdisziplinäre Einsichten zur Sachverständigenexpertise zu erlangen. Das betrifft zum einen die Bedeutung von Gutachten für die Gesetzgebung und in Gerichtsprozessen, darunter als Schutz vor ebenso wie als potenzielle Quelle von Fehlern. Zum anderen werden die Herausforderungen für Sachverständige in unterschiedlichen Rechts- und Fachgebieten schlaglichtartig beleuchtet.

Die Zukunft der Kriminalität und ihrer Kontrolle

Fachtagung am 24. und 25. Oktober 2024 in Wiesbaden

Tagungsleitung:
Prof. Dr. Axel Dessecker
Prof. Dr. Martin Rettenberger

Veranstaltungsort:
Bürgersaal
Hochschule Fresenius
Moritzstraße 17A
65185 Wiesbaden

Kriminalität hat es immer gegeben, seit das Strafrecht erfunden wurde. Sie kann eine lästige Alltagserscheinung sein oder als vermeintliche Häufung spektakulärer Einzelfälle erscheinen, über die in Publikumsmedien immer wieder berichtet wird. Ob Kriminalität als drängendes soziales Problem empfunden wird, hängt nicht zuletzt davon ab, welche Probleme es sonst noch gibt. Hinzu kommt, dass sich Kriminalität verändert. Digitalisierung ist dafür nur ein Beispiel.

Prävention von Kriminalität und Reaktionen auf Kriminalität verändern sich ebenfalls. Sicherheitsbehörden nutzen technische Möglichkeiten, um mögliche Straftaten aufzuspüren und aufzuklären. Die Strafjustiz bereitet sich darauf vor, Akten, Vernehmungen und Hauptverhandlungen vor Gericht in digitale Formen zu bringen. Auch das Strafrecht verändert sich ständig, weil Strafgesetze ein beliebtes Instrument der Politik sind.

Die Tagung greift ein breites Spektrum von Themen auf und betrachtet diese aus verschiedenen Perspektiven. Besonders betont werden Aspekte, die Gegenstand aktueller Forschung sind – in der Kriminologie und angrenzenden Disziplinen der Wissenschaft: Sicherheitsgefühl und Kriminalitätsfurcht, Femizide, politisch motivierte Kriminalität und Rechtsextremismus, Folgen des Cannabisgesetzes, die Nutzung von KI-Anwendungen durch Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden, Digitalisierung im Strafverfahren, die Erhöhung gesetzlicher Strafrahmen und die Modernisierung des Sanktionenrechts.

Das Internet als Tatort

Fachtagung am 5. und 6. Oktober 2023 in Wiesbaden

Tagungsleitung:
Prof. Dr. Axel Dessecker
Prof. Dr. Martin Rettenberger

Veranstaltungsort:
Bürgersaal
Hochschule Fresenius
Moritzstraße 17A
65185 Wiesbaden

Kriminalität ist – jenseits spektakulärer Einzelfälle – eine Alltagserscheinung, die in digitalen Räumen genauso vorkommt wie in der realen Lebenswelt. Die Nutzung des Internets ist für fast alle Menschen selbstverständlich geworden, in manchen Situationen ist sie beinahe unentbehrlich. Mobile Endgeräte sind allgegenwärtig. Mit den Formen der Kommunikation hat sich auch Kriminalität verändert. Tatgelegenheiten vervielfachen sich mit den technischen Möglichkeiten, viele elektronische Adressen gleichzeitig zu kontaktieren. Ob eine elektronische Nachricht eine vertrauenswürdige Mitteilung enthält und von der Person stammt, die sich als Absenderin ausgibt, ist auf der Empfängerseite nur mit erheblichem technischem Aufwand zu kontrollieren. Damit verlagern sich manche Deliktsformen ins Internet. Zugleich entstehen neue Varianten von Schädigungen, deren Strafbarkeit nicht von vornherein feststeht.

Die Tagung greift ein breites Spektrum von Kriminalität im Internet auf und betrachtet diese aus verschiedenen Perspektiven. Besonders betont werden Aspekte, die Gegenstand aktueller kriminologischer Forschung sind.

16. Internationale Konferenz der International Association for the Treatment of Sexual Offenders (IATSO)

Fachtagung vom 24. bis 27. August 2021 in Frankfurt am Main

Die Kriminologische Zentralstelle beteiligt sich an der Ausrichtung der 16. Internationalen Konferenz der IATSO vom 24. bis 27. August 2021 in Frankfurt am Main. 

Martin Rettenberger, Conference President and IATSO Secretary General
Sonja Etzler, Chair of the Local Organizing Committee
Reinhard Eher, President Elect
Sabrina Eberhaut, Conference Organizing Committee

KEYNOTE SPEAKERS

  • Plenary Sessions
    • Peter Fromberger (Germany): Virtual reality applications for the treatment and risk assessment of child abusers
    • Alexander F. Schmidt (Germany): Recent developments in the assessment of pedohebephilic interest
    • Devon L. L. Polaschek (New Zealand): Understanding criminal persistence and desistance: Some implications for people identified as sexual offenders
    • Douglas P. Boer (Australia): Individualized treatment of sexual offenders with an intellectual or developmental disability
    • Robert J. McGrath (United States): Sex offender treatment in the United States: Lessons learned and future directions
    • Ross Bartels (United Kingdom): Distorted beliefs linked to sexual offending
    • Daniel Turner (Germany): Mental disorders in sexual offenders and their relevance for risk assessment.
    • Peer Briken (Germany): Does psychodynamic thinking still have any significance for the treatment of pedophilia?
    • Mark Olver (Canada): Measuring risk relevant change – implications for the therapeutic process and risk management in sexual offenders
    • Timm Rosburg (Switzerland): Neurophysiological correlates of pedophilia
    • Leigh Harkins (Canada): Incorporating sociocultural and situational factors into explanations of sexual offending
    • Markus Feil (Germany): The current state of psychodynamic treatment of sexual offenders    
    • Wineke J. Smid (The Netherlands): Sexual and emotional self-regulation: a two way street
    • Michael H. Miner (United States): Sexual offending in adolescent males: effects of parental attachment, social experiences, and sexuality
  • Pre-Conference Workshops
    • Peter Fromberger (Germany): Virtual reality applications for the treatment and risk assessment of child abusers: old wine in new skins?
    • Alexander F. Schmidt (Germany):Discussion of the usefulness of indirect latency-based assessment of pedohebephilic interest
    • Devon L. L. Polaschek (New Zealand): Are people who commit sexual offences a special kind of criminal? Exploring dynamic risk factors, treatment outcomes, reintegration and desistance for people with sexual and other types of convictions
    • Douglas P. Boer (Australia): SVR:20 Version 2 - changes and applications
    • Robert J. McGrath (United States): How to use the Sex Offender Treatment Intervention and Progress Scale (SOTIPS)
    • Ross Bartels (United Kingdom): Cognition and sexual fantasising: An updated approach to understanding sexual fantasies
    • Daniel Turner (Germany): Pharmacological treatment of sexual offenders - recent developments
    • Mark Olver (Canada): Measuring risk relevant change – implications for the therapeutic process and risk management in sexual offenders
    • Timm Rosburg (Switzerland): Neurophysiological correlates of pedophilia
    • Wineke J. Smid (The Netherlands): The big picture: sexual offending among other sexual self-regulation problem
    • Leigh Harkins (Canada): Incorporating sociocultural and situational factors into explanations of sexual offending
    • Markus Feil (Germany):The current state of psychodynamic treatment of sexual offenders
    • Michael H. Miner (United States): Treatment of adolescent males who have sexually offended: exploring the need for offense specific interventions
  • Workshops 
    • David S. Prescott (United States): The Good Lives Model: principles, application and implementation
Migration und Kriminalität

Fachtagung am 24. und 25. Oktober 2019 in Wiesbaden

Tagungsleitung:
Prof. Dr. Martin Rettenberger
Prof. Dr. Axel Dessecker

Veranstaltungsort:
Friedrich-Naumann-Saal,
Schlossplatz 4,
65183 Wiesbaden

Deutschland ist nicht erst seit kurzer Zeit ein Einwanderungsland. Diese Feststellung wird von vielen Menschen in diesem Land akzeptiert. Dass sie dennoch immer wieder öffentlich wiederholt wird, könnte darauf hinweisen, dass sie sich nicht von selbst versteht. Einige Menschen „mit Migrationshintergrund“ scheinen an äußerlichen Merkmalen leicht erkennbar zu sein. Was auf den ersten Blick auffällt und fremd erscheint, braucht aber nicht viel zu bedeuten.

Straftaten sind, wie polizeiliche Kriminalstatistiken in vielen Ländern jährlich zeigen, ein Massenphänomen und damit in gewisser Weise normal. Alltägliche und in Publikumsmedien verbreitete Darstellungen konzentrieren sich dagegen häufig auf ungewöhnliche Formen von Straftaten. Die damit verbundenen Vorstellungen erhalten ein Eigengewicht, das mit der statistisch messbaren Realität der tatsächlich auftretenden Kriminalität wenig gemein hat. Das gilt in besonderer Weise dann, wenn Vorstellungen über Kriminalität in Zusammenhang mit Migrationsbewegungen gebracht werden.

Die diesjährige Herbsttagung wird sich aus interdisziplinärer Perspektive mit verschiedenen Zusammenhängen von Migration und Kriminalität befassen. Es wird ebenso um die Entstehung und Wahrnehmung von Kriminalität wie um deren Prävention gehen. Justizvollzug und psychiatrischer Maßregelvollzug werden besonders in den Blick genommen.

Die Vorträge der Tagung sind im Band 25 der Schriftenreihe BM-Online veröffentlicht.

BM Online 25

Forschung im Justizvollzug – Wissenschaftsfreiheit und ihre Grenzen

Fachtagung am 11. Februar 2019 in Köln

Tagungsleitung:
Prof. Dr. Frank Neubacher
Prof. Dr. Axel Dessecker

Veranstaltungsort:
Universität zu Köln (Hauptgebäude) – Neuer Senatssaal,
Albertus-Magnus-Platz,
50923 Köln

Der Justizvollzug, besonders der Vollzug von Freiheitsstrafen, ist ein wichtiges Forschungsfeld der empirischen Kriminologie. Denn die Freiheitsstrafe ist bis heute die Strafe, die wie keine andere kriminalrechtliche Sanktion zeigt, was Strafrecht bedeutet. Die Forschungen der letzten Jahre sind dementsprechend vielfältig: Sie reichen von der Evaluation von Behandlungsprogrammen über die Beschreibung der Situation besonderer Gruppen von Gefangenen, von Studien zum Vollzugsklima oder zur Rolle von Gewalt im Alltag des Gefängnisses bis zu Untersuchungen über die personelle Ausstattung der Anstalten oder die beruflichen Belastungen des Vollzugspersonals.

Diese Breite der Forschung geht nicht zuletzt auf aktuelle Entwicklungen im Justizvollzug zurück. Seit dem Inkrafttreten der Föderalismusreform hat sich die Zahl der einschlägigen Gesetze vervielfacht, die Dichte rechtlicher Regelungen erhöht. Hinzu kommt, dass die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts wie auch der Strafvollstreckungsgerichte in mancher Hinsicht striktere Vorgaben macht.

Wie eine kontroverse Debatte in der Zeitschrift Neue Kriminalpolitik zeigt, verstehen sich die Möglichkeiten und Grenzen empirischer Vollzugsforschung nicht von selbst, sie sind im Einzelnen durchaus umstritten. Die Tagung soll alle Interessierten und potentiell Beteiligten miteinander ins Gespräch bringen.

Gewalt und Zwang im institutionellen Kontext

Fachtagung am 25. und 26. Oktober 2018 in Wiesbaden

Tagungsleitung:
PD Dr. Martin Rettenberger
Prof. Dr. Axel Dessecker

Veranstaltungsort:
Friedrich-Naumann-Saal,
Schlossplatz 4,
65183 Wiesbaden

Gewalt und Zwang sind alltägliche Phänomene. Dennoch gibt es zunehmend Aufmerksamkeit für solche Vorfälle, die in gesellschaftlichen und staatlichen Einrichtungen anzutreffen sind. So haben beispielsweise Befragungen unter Gefangenen ergeben, dass Gewalt im Strafvollzug häufiger vorkommt als erwartet und dass auch dort ein großes Dunkelfeld existiert. In der stationären Psychiatrie wird diskutiert, ob und in welchen Situationen Fixierungen therapeutisch legitim sind, und das Bundesverfassungsgericht beschäftigt sich mit der Frage, ob sie sich mit den Grundrechten der Patientinnen und Patienten vereinbaren lassen. Zudem ist die Aufarbeitung systematischer körperlicher Misshandlungen und sexuellen Missbrauchs in Internatsschulen und Einrichtungen der Heimerziehung noch längst nicht abgeschlossen.

Die diesjährige Herbsttagung wird sich aus interdisziplinärer Perspektive mit verschiedenen Formen von Gewalt und Zwang im institutionellen Kontext befassen und dabei sowohl Strategien der Täter als auch Folgen für Betroffene thematisieren. Darüber hinaus werden tatbegünstigende Strukturen ebenso diskutiert wie der institutionelle Umgang mit Aufarbeitung und Prävention. Neben Justizvollzugsanstalten werden psychiatrische und pflegerische Einrichtungen sowie Bildungseinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft bzw. mit reformpädagogischer Ausrichtung in den Blick genommen.

Die Vorträge der Tagung werden in der Schriftenreihe Kriminologie und Praxis veröffentlicht.

KuP 74

Überblick über die 1986 bis 2017 von der KrimZ veranstalteten Fachtagungen

  • 2010er Jahre
    2017 Medien – Kriminalität – Kriminalpolitik Wiesbaden
    2016 Sexuelle Gewalt als Herausforderung für Gesellschaft und Recht Wiesbaden
    2016 Psychosoziale Prozessbegleitung Wiesbaden
    2015 Behandlung im Justizvollzug Wiesbaden
    2014 Menschenrechte hinter Gittern Wiesbaden
    2013 Straffällige mit besonderen Bedürfnissen Wiesbaden
    2012 Justizvollzug in Bewegung Wiesbaden
    2011 Psychologisch-psychiatrische Begutachtung in der Strafjustiz Wiesbaden
    2011 12. Wissenschaftliche Fachtagung der KrimG. Forum: Kriminalitätsprognose – Evaluation im Jugendstrafvollzug – Aktuelle Entwicklungen der Sicherungsverwahrung Heidelberg
    2010 Justizvollzug und Strafrechtsreform im Bundesstaat Wiesbaden
  • 2000er Jahre
    2009 11. Wissenschaftliche Fachtagung der KrimG. Forum: Aktuelle Entwicklungen kriminalrechtlicher Sanktionen Gießen
    2008 Täterinnen – Befunde, Analysen, Perspektiven Wiesbaden
    2008 Was wüssten wir gern? Kriminalstatistiken im Lichte internationaler Erfahrungen Berlin
    2007 Privatisierung in der Strafrechtspflege Wiesbaden
    2007 Justiz im Dialog: „Perspektiven des Strafprozessrechts“ Mainz
    2006 Gewalt im privaten Raum – aktuelle Formen und Handlungsmöglichkeiten Wiesbaden
    2006 Kooperation von Jugendhilfe und Justiz bei Sexualdelikten gegen Kinder Wiesbaden
    2005 Extremistische Kriminalität Wiesbaden
    2005 Jugendarbeitslosigkeit und Jugendkriminalität Leipzig
    2004 Gefährliche Straftäter – eine Problemgruppe der Kriminalpolitik? Wiesbaden
    2003 Ambulante Nachsorge nach Straf- und Maßregelvollzug – Konzepte und Erfahrungen Wiesbaden
    2003 Neue Konzepte der Kriminalpolitik Wiesbaden
    2002 Opfer von Straftaten – Kriminologische, rechtliche und praktische Aspekte Wiesbaden
    2001 Illegale Migration und Schleusungskriminalität Dresden
    2001 Tötungsdelikte – mediale Wahrnehmung, kriminologische Erkenntnisse, juristische Aufarbeitung Wiesbaden
    2000 Strafvollzug im Wandel – Neue Wege in Ost- und Westdeutschland Güstrow
    2000 Der Einsatz von Verdeckten Ermittlern und V-Personen im Strafverfahren Wiesbaden
  • 1990er Jahre
    1999 Alkohol, Strafrecht und Kriminalität Wiesbaden
    1999 Behandlung von Sexualstraftätern im Justizvollzug – Folgerungen aus den Gesetzesänderungen Wiesbaden
    1999 Das Ermittlungsverhalten der Polizei und die Einstellungspraxis der Staatsanwaltschaften Wiesbaden
    1998 Sexueller Missbrauch von Kindern – Täter und Opfer Wiesbaden
    1998 Die Rechtswirklichkeit nach Wegfall der fortgesetzten Tat Wiesbaden
    1997 Strafvollzug in den neuen Bundesländern Dresden
    1997 Gewaltprävention und Strafjustiz Wustrau
    1996 Die oberlandesgerichtliche Kontrolle bei langer Untersuchungshaft Wiesbaden
    1995 Aktuelle Entwicklungen in den Sozialen Diensten der Justiz – Strukturen, Spezialisierung, Qualifizierung Bonn
    1995 Kriminalprävention und Strafjustiz Trier
    1995 Der Aufbau des Maßregelvollzuges in den neuen Bundesländern – Chancen und Probleme Berlin
    1994 Probleme der strafrechtlichen Unterbringung in einer Entziehungsanstalt (§ 64 StGB) Wiesbaden
    1993 Strafzumessung und strafrechtliche Sanktionen – ein Gespräch zwischen Strafjustiz und Kriminologie Trier
    1993 11th International Congress on Criminology, Workshop „Improving Crime and Criminal Justice Statistics“ Budapest/Ungarn
    1993 Organisation und Kooperation der Sozialen Dienste der Justiz Wiesbaden
    1992 Probleme der strafrechtlichen Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus Wiesbaden
    1992 Die Gestaltung der Personenstatistiken der Strafrechtspflege Bonn
    1991 Die Therapieregelungen des Betäubungsmittelrechts – Deutsche und ausländische Erfahrungen Wiesbaden
    1991 Kriminologische Aus- und Fortbildung – Bestandsaufnahme und künftige Entwicklung Wiesbaden
    1991 Strafrechtspraxis und Kriminologie im Dialog: Was können wir voneinander lernen? Trier
    1990 Gemeinnützige Arbeit statt Ersatzfreiheitsstrafe Wiesbaden
  • 1980er Jahre
    1989 Datensammlungen und Akten in der Strafrechtspflege als Basis für kriminologische Forschung und Kriminalpolitik Berlin
    1988 10th International Congress on Criminology, Workshop „Criminological Research and Planning in State, International and Supranational Institutions“ Hamburg
    1988 Therapie und Strafe Wiesbaden
    1987 Datenschutzrechtliche Probleme kriminologischer Forschung Wiesbaden
    1986 Eröffnungsveranstaltung Wiesbaden