Fachtagung am 9. und 10. Juni 2016 in Wiesbaden

Psychosoziale Prozessbegleitung - Gesetzlicher Anspruch, inhaltliche Anforderungen, praktische Ansätze
Gemeinsame Fachtagung der KrimZ und des Vereins RECHT WÜRDE HELFEN (RWH)

Tagungsleitung

Dr. Iris Stahlke
Dr. Martin Rettenberger

Am 3. Dezember 2015 verabschiedete der Bundestag das Gesetz zur Stärkung der Opferrechte im Strafverfahren (3. Opferrechtsreformgesetz). Mit diesem wurde im neuen § 406g Strafprozessordnung die Psychosoziale Prozessbegleitung – eine besondere Form der nicht-rechtlichen Begleitung im Strafverfahren für besonders schutzbedürftige Verletzte vor, während und nach der Hauptverhandlung – in den Strafprozess eingeführt. Danach werden v. a. minderjährige Opfer schwerer Sexual- und Gewaltstraftaten ab dem 1. Januar 2017 einen Anspruch auf die Beiordnung eines psychosozialen Prozessbegleiters bzw. einer ebensolchen -begleiterin haben. Mit dem 3. Opferrechtsreformgesetz wurde zudem das Gesetz über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren (PsychPbG) beschlossen. Das Gesetz regelt die Grundsätze der Psychosozialen Prozessbegleitung und die Anforderungen an die Qualifikation Psychosozialer Prozessbegleiterinnen und -begleiter sowie deren Vergütung bundesweit einheitlich.

Die Fachtagung hat sich mit diesen gesetzlichen Vorgaben ebenso wie mit den Erfahrungen jener Bundesländer befasst, welche die Psychosoziale Prozessbegleitung schon implementiert haben. Hinzu kamen Beiträge zu Gestaltung und Umsetzung des Anspruchs in der Praxis sowie zu neuen Erkenntnissen der Forschung hinsichtlich der Offenbarungsbereitschaft nach sexueller Gewalt in der Kindheit und der Belastung minderjähriger Geschädigter durch Strafverfahren.

Die Beiträge der Fachtagung sind in Band 7 der elektronischen Schriftenreihe der KrimZ "Berichte und Materialien (BM-Online)" veröffentlicht.