Rehabilitation und Entschädigung zu Unrecht inhaftierter Personen

Projektstart: 4/2015

Projektbeschreibung:

Inhaftierungen sind ein erheblicher Eingriff in die Grundrechte von Personen. Häufig haben sie für die Betroffenen gewichtige Folgen. Das gilt besonders, wenn eine Verurteilung im Nachhinein in einem Wiederaufnahmeverfahren aufgehoben wird.
Während im Ausland zahlreiche kriminologische Untersuchungen zu den sog. „wrongful convictions“ existieren, gibt es hierzulande noch große Forschungslücken. Die Untersuchung der KrimZ konzentriert sich auf solche Fälle, bei denen es seit 1990 nach Verbüßung einer Freiheitsstrafe und erfolgreichem Wiederaufnahmeverfahren zu einem Freispruch kam. Mit Hilfe einer umfänglichen Aktenanalyse der einschlägigen Verfahren sowie der gezielten Befragung daran beteiligter Personen (u.a. Richter, Staatsanwälte, Verteidiger, ehemals Inhaftierte, Angehörige) soll empirisches Material gesammelt werden, das Hinweise liefert, wie der Umgang der Justiz mit solchen Fällen verbessert werden kann.
Die Studie soll anhand der so gewonnenen Erkenntnisse die Realität der Entschädigung und Rehabilitation zu Unrecht Inhaftierter in den Blick nehmen. Gleichzeitig sollen die Beeinträchtigungen der Betroffenen und deren Wünsche und Bedürfnisse im Rahmen einer staatlichen Unterstützung ermittelt werden.

Veröffentlichung:

Leuschner, Fredericke & Hoffmann, Anika (2016). Der Umgang des Staates mit Fehlern der Justiz. Neue Kriminalpolitik, 28 (2016), Heft 2, S. 155-171.

Ansprechpartnerinnen: Anika Hoffmann & Fredericke Leuschner